pzrBlog

my fistful of opinions

Spielende Biologie - Ecogon

Ecogon und die Fortsetzung "Stille Wasser"

Ecogon - Ökosystem in Hexagonen

Ecogon ist sowohl kooperativ als auch kompetitiv spielbar und vermittelt den Aufbau sowie die Vernetzung innerhalb eines Ökosystems.

An Lebensräumen angrenzend werden Pflanzen und Tiere verschiedener Ebenen der Nahrungspyramide angelegt. Immer wenn die Bedürfnisse eines Tieres vollständig erfüllt werden gilt es als "etabliert" und bringt Siegpunkte. Erzielt man am Ende des Spiels doppelt soviel Siegpunkte wie die Anzahl an "Ereigniskarten", hat man gegen das Spiel gewonnen.

Drei Lebensräume stehen zur Verfügung: Wiese (gelb), Waldrand (hellgrün) und Wald (dunkelgrün) an die die Lebewesen, Pflanzen wie auch Tiere angelegt werden können.
Die beiden wichtigsten Regeln: Ein Lebewesen muss IMMER an einem Lebensraum angelegt werden und Ein dunkelgrünes Feld darf NIEMALS an einem gelben Feld anliegen (egal ob Lebensraum oder Lebewesen). Pflanzen werden einfach angelegt und man muss sich nicht weiter um sie kümmern. Tiere jedoch haben Bedürfnisse - Nahrung und Lebensraum - die von direkt angrenzenden Karten erfüllt werden müssen. Sind sie damit "etabliert" legt man eine Bohne auf die Karte (dem Spiel sind echte Bohnen als Spielsteine beigelegt) und sie bringt Siegpunkte.

Um die konstruktiv-kooperative Entwicklung des Ökosystems zu stören kommen eine (vorher festgelegte) Anzahl an Ereigniskarten ins Spiel. Sie verschieben z.B. Lebensräume ("Erdrutsch") oder können Lebensräume und Lebewesen entfernen ("Nagergift", "Abholzung").

Nach der letzten Ereigniskarte ist das Spiel beendet. Besitzen die Spieler dann noch immer mindestens doppelt soviel Siegpunkte  wie Ereigniskarten im Spiel waren, gewinnen sie.

Zu Ecogon ist auch die Erweiterung "Stille Wasser" erhältlich. Als zusätzliche Lebensräume kommen "Ufer" und "Stillgewässer" ins Spiel. Uferkarten dürfen an alle Landschaftskarten angrenzen, Stillgewässer nur an Uferkarten.

(Und ja: im zweiten Bild liegt die Schmeißfliege nicht regelkonform: es fehlt ein Lebensraum.)

CREDITS
Spieler: 1-6(+) ab 8 Verlag: Gaiagames
Dauer: 30' bis 90' Preis: jeweils 30€
Links: Ecogon.de leaf Boardgamegeek

Schuljahr "Corona1" beendet...

Geschafft. Vorbei. Schuljahr 2019/20 - Codename "Corona1" - ist für mich beendet.

Und noch nie hab ich mich so über das Ende eines Schuljahres gefreut. Oder besser über das Ende der 6,5 Wochen, die so ziemlich für den Allerwertesten waren. Meiner Meinung nach. Die Noten vom 1. Halbjahr wurden übernommen. Zusätzliche Noten gab es bitte ausschließlich dann und nur dann, wenn sie zur Verbesserung der Schüler führen. Keine Klassenarbeiten durften mehr geschrieben werden. Außer dann auf einmal in der Oberstufe, da irgendjemandem im KM wohl aufgefallen ist, dass man für rechtssichere Noten eben doch eine schriftliche Leistung benötigt...

Meine Abiturienten haben Zettel an meine Türen geklebt, mit (neudeutsch) Memen zu mir. Eines war "Pfeife" - weil ich meist gut gelaunt, pfeifend, durchs Schulgebäude laufe. Der Zettel hat mich getroffen - wüsste ich doch nicht ein einziges Mal, zu dem ich in den letzten Wochen pfeifend auf den Fluren unterwegs war.

Ich bin froh, dass dieses Chaos, dem man uns Lehrern (bzw. Schulen) ausgesetzt hat, erstmal vorbei ist. Nur befürchte ich wenig Besserung für "Corona2".
Ich freue mich, meine Abiturienten alle gut durch gebracht zu haben.
Ich freue mich, dass das Thema Digitalisierung etwas an Fahrt gewinnt - gleich darf ich meiner Schulleitung eine Einführung in Moodle geben.
Ich freue mich in einem Monat in den Niederlanden zu sein.
Und ich freue mich trotz allem auf das kommende Schuljahr.
Sch*** Optimismus. 😉

3 Wochen "distance-schooling"

Drei Wochen Online-Unterricht liegen gerade jetzt hinter, die Osterferien vor mir und meine Hirnwindungen versuchen schon das Erlebte und Erfahrene zu verarbeiten.

Ja es funktioniert. Es war unglaublich kurzfristig, unglaublich "über's Knie gebrochen", aber es hat irgendwie funktioniert. Bei uns wurde von Anfang an auf Online-Unterricht gesetzt - mit Schülern ab Klasse 8 war das auch gut umzusetzen. Glücklicherweise hatte ich bereits Erfahrungen mit Zoom - der von uns genutzten Kommunikationssoftware. (Ja, mir sind die aktuellen datenschutzrechtlichen Vorwürfe bekannt.) Auch glücklicherweise hat meine Schule schon vor rund einem Jahr damit begonnen die alten Overheads durch Dokumentenkameras (und Beamer) zu ersetzen. Eine einfache, gute Webcam hätte mir zu Hause aber wohl auch zum Unterrichten ausgereicht. Ne Dokumentenkamera ist dagegen schon ein "Rolls Royce".

Wenn jetzt aber wieder über die allgemein mangelnde Digitalisierung der Schulen gemeckert wird: die halte ich nicht für ein Problem. Probematisch ist die digitale Infrastruktur unseres Staates. Wenn sich Eltern melden, dass bei ihnen zu Hause nicht 2 oder 3 Rechner parallel im HomeOffice und in der HomeSchool arbeiten können dann haben nicht die Schulen ein Problem, sondern der Staat. Eine Webcam, ein Headset, Stift und Papier sind dagegen keine wirklich anspruchsvolle Ausstattung.
Wir brauchen eine schnelle digitale Infrastruktur deutschlandweit aber KEINE digitalen Schulen. Die Schulen müssen dringend greifbar und haptisch bleiben. Mit funktionierender Ausstattung, angefangen bei der guten alten grünen Tafel bis hin zum Beamer und freies (!) WLAN mit entsprechender Brandbreite (da bitte digitalisieren! Und gerne auch in der Verwaltung), dass mehre Klassen parallel im Internet - mit ihren eigenen (!) Geräten - recherchieren können. Keine schuleigenen Tablets oder Laptops, die nach 5 Jahren komplett ausgetauscht werden müssen und von denen immer irgendein Gerät nicht geht. Eigene Geräte, am liebsten Tablets mit Stiftbedienung und digitalen Schulbüchern, die von allen namenhaften Verlagen ja bereits lange beworben werden.

Nochmal: Die Schulen müssen greifbar und haptisch bleiben: Ich fand den digitalen Unterricht anstrengend und vor allem alles andere als befriedigend: Ich sehe meine Schüler nicht, höre nur wenige und kann ihre Körpersprache nicht wahrnehmen. Die wichtigsten feedback-Informationen für mich im Unterricht - meiner Meinung nach wichtiger wie jede noch so gut gemeinte (jährliche) Evaluation - fehlen mir. Nichts davon kann in meiner Überzeugung über einen digitalen Unterricht erfolgen. Als Naturwissenschaftler fehlt mir zudem der experimentelle Teil: gemeinsames Arbeiten an Molekülbaukästen und Mikroskopen, biologische Modelle und das Mischen von Chemikalien. Nichts davon kann in meiner Überzeugung sinnvoll über einen digitalen Unterricht erfolgen. Ja ich wiederhole mich schon wieder.

Lasst uns in den Schulen bleiben.
Lasst uns Unterricht auch in Zukunft im echten Klassenverband verbringen.
Versuchen wir mit dem Erlebten und Erlernten den Unterricht zu ergänzen.
Aber geben wir uns die Zeit um die Corona-Kurve abzuflachen.
#staythefuckhome and #FlattenTheCurve

Frohe Ostern.